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Freitag, 14.12.2018

Geschichte des Vereins

Als sich 1919 Karl Pohl, Richard Schuster und der Besitzer der Rohweberei August Sachse entschlossen, auch in ihrer Gemeinde den Fußball ansässig zu machen und einige Oppacher Bürger für ihre Idee begeisterten, war ihr Mut zu bewundern. Aber um sich an den Wettkämpfen des Oberlausitzer und mitteldeutschen Fußball zu beteiligen musste erst einmal ein Sportplatz geschaffen werden. Die Lösung wurde auch gefunden, in dem der Gemeinde der Vorschlag unterbreitet wurde, dass an der Waldstraße befindliche Sumpfgelände in einem Sportplatz umzuwandeln. Nachdem der Fußballplatz nach mühevoller Handarbeit geschaffen wurde, sollte auch der weitere Weg zur eigenständigen Gründung einer Fußballabteilung im Rahmen des bestehenden Turnerverein erfolgen, was auch am 18. Februar 1921 erfolgte.

Nun sollte die erfolgreiche Entwicklung weiter vorangebracht werden, was jedoch im Rahmen der Turnerbewegung nicht so recht erfolgen konnte, da die Turner das Sagen hatten. So reifte beim ersten Vorsitzenden Gustav Herzog der Gedanke, sich aus dem Turnverein zu lösen und sich zu einem selbständigen Fußballverein zusammen zu schließen. Auch gab es den Vorschlag im Jahr 1923 sich mit dem Fußball von Taubenheim zu vereinen. Dieser Vorschlag konnte sich unter den Mitgliedern nicht durchsetzen. Schließlich beschloss die Mitgliederversammlung im gleichen Jahr sich zu einem selbständigen bürgerlichen Fußballverein mit dem Namen "Sportverein zu Oppach" zu gründen. Für den jungen Fußballverein waren die ersten zehn Jahre ihres Bestehens harte Jahre der Bewährung, da die Inflation der zwanziger Jahre oft an der Existenz nagte. Durch die katastrophale Geldentwertung mussten immer wieder monatliche Änderungen an den Mitgliedsbeiträgen vorgenommen werden, damit wurde es ermöglicht den Spielbetrieb aufrechterhalten und die Miete zahlen zu können. Als am 25. August 1923 der Kassierer auf die Notlage aufmerksam machte, kam es zu einer Spendenaktion. Die Spender waren mit folgenden Beträgen beteiligt: Max Fischer eine Millionen, Willi Vietze, Emil Salwesky und Ignaz Liebscher jeweils 500.000 RM. Jeder Bürger, der sich als Mitglied dem Verein anschließen wollte, musste erst vom Vorstand oder in der monatlich stattfindenden Mitgliederversammlung aufgenommen werden. Und die Sitzungen fanden streng auf der Grundlage von Beschlüssen statt. So gab es auch strenge Sitten, in dem Sportfreunde die unentschuldigt zu den Versammlungen fehlten, mit einer finanziellen Strafe belegt wurden. Auch hatte sich inzwischen der Vorstand über ein Vereinslokal festgelegt. So wurde Pohls Restaurant das erste Vereinslokal wo in der bewegten Zeit das Vereinsleben durch die Mitglieder genutzt wurde und der Gastwirt sich selbst dem Fußball als Mitglied anschloss.

Nach dem die Nazizeit und der zweite Weltkrieg den Fußball in eine trostlose Situation gebracht und diese schreckliche Zeit am 8. Mai 1945 ihr Ende fand, wurde schon bald der Fußball durch Oppacher Fußballenthusiasten neu ins Leben gerufen. Mit dem ersten Sektionsleiter Karl Reichelt, dem Textilunternehmer Willy Hornig als Sponsor und Bürgermeister Habke sollte das Fußballspielen mit einer zu damaligen Zeit spielstarken Mannschaft alle Unterstützung erhalten, um wieder beginnen zu können. Am 8. Juli 1945 fand in Oppach das erste Fußballspiel nach dem zweiten Weltkrieg gegen die Sportfreunde von Neusalza Spremberg statt. Über 2.500 Zuschauer erschienen aus den umliegenden Orten zu diesem Spiel. Nun waren die Zuschauer neugierig was für Mannschaften dieses Spiel bestreiten werden und was die Spieler noch in der Lage waren an fußballerischem Können zu beweisen. Die Sportgemeinschaft Oppach trat in folgender Besetzung an: Pohl, Rummlig, Bethig, Mersiowsky, Scharf, Hauer, Jentsch, Pohl, Talke, Reinsch, Willner. Das Spiel endete mit 10:1 (4:1) und die Tore erzielten Talke (4), Reinsch (4), Pohl und der zehnte Treffer war ein Eigentor der Gäste. Der Schiedsrichter wurde an diesem Tag mit Sportfreund Richter gestellt. Nun sollte im gleichen Jahr das Fußballspielen zur Sache Nr. 1 in Oppach werden, den in 14 Freundschaftsspielen gegen Mannschaften von Zittau, Ebersbach, Oderwitz, Cunewalde, Bautzen, Sohland, Schirgeswalde, Kittlitz wurde kein Wochenende ausgelassen, wo nicht im Oppacher Fußball in und außerhalb gespielt wurde.

Mit dem Jahr 1949 wurde aus der SG die BSG Motor Oppach und der Hauptträgerbetrieb wurde der VEB Schaltelektronik Oppach. 1958 konnte es nicht verhindert werden, dass die "Erste" in die zweite Kreisklasse absteigen musste. Leider war es auch die Folge, dass das Oppacher Talent Hans Böhme zu Stahl Riesa und später bei Motor Bautzen seinen erfolgreichen Weg in der ersten DDR-Liga ging. Auch die damaligen politischen Verhältnisse in der DDR 1957/58 hinterließen ihre Spuren. Innerhalb einer Woche verließen 1958 neun Stammspieler der ersten Mannschaft mit H. Kumpf, K.-H. Hapke, S. Gruner, G. Petzold, W. Brandenburger, H. Hoffmann, W. Gnauck und G. Krause den Verein in Richtung BRD. Vier Mal wurde nach Abschluss eines Spieljahres der zweite Platz in der Bezirksklasse erreicht.

1965 kam es für Oppach zu dem legendären "Endspiel" vor 2.000 Zuschauern in Seifhennersdorf, wo die Mannschaft die Chance hatte, die Bezirksliga in der folgenden Saison zu erreichen. Leider ging diese Hoffnung nicht in Erfüllung. Obwohl die Mannschaft eine souveräne Saison gespielt hatte, mussten sie den Sieg den Gastgebern überlassen und das Spiel wurde mit 2:3 verloren. Die Spieler G. Kindermann, M. Goy, S. Lautenbach und Kirchner waren im selben Jahr beteiligt, als die Löbauer Kreisauswahl den Bezirkspokal mit einem Sieg gegen die Kreisauswahl Freital mit 2:3 gewann. Auch die Beziehungen zur benachbarten CSSR wurden zum Anlass genommen, das Fußballspielen mit TJ Sokol Stratz nad Nisou für das Gemeinschaftsleben und dem Sport zu nutzen. So wurde 1975 mit diesem Verein ein Freundschaftsvertrag geschlossen, wodurch viele Jahre freundschaftliche Vergleiche statt fanden und schöne Stunden bei gemeinsamen Wettkämpfen verlebt wurden. Es reihten sich neben diesen internationalen Spielen auch weitere Fußballhöhepunkte, wie das Spiel gegen die DDR-Ligamannschaft von Aktivist Schwarze Pumpe oder zum 65. Fußballjubiläum das Spiel gegen die Alten Herren von Dynamo Dresden, in die Fußballgeschichte ein.

Selbst als am 6. Juni 1979 ein Hochwasser nach einem nächtlichen Wolkenbruch der Sportplatz völlig überschwemmt und damit ein Jahr unbespielbar wurde, gab keiner auf. Im Gegenteil, für ein Jahr wurde der gesamte Oppacher Fußballbetrieb ins benachbarte Taubenheim verlegt. Und es waren die Fußballspieler aller Altersklassen, die durch Eigenleistung dafür sorgten, dass im darauf folgenden Jahr der Fußball in Oppach wieder rollte.

1991 erfolgte die Umbenennung von BSG Motor Oppach in FSV Oppach. Im Jahr 2000 wurde die Sportanlage "Lindenberg", die im Jahre 1936 entstand, innerhalb von fünf Monaten einer Sanierung unterzogen. Bei diesem Bauvorhaben wurde ein neuer Rasen verlegt und eine elektrische Rasenberieselungsanlage eingebaut. Ein Jahr später entstand ein Hartplatz mit einem finanziellen Einsatz von 65.000 Euro von der Gemeinde und erneuten 24.000 Euro Fördermitteln. Nach dem man in der Saison 1999/2000 Kreismeister wurde, spielte der FSV in den folgenden Jahren erfolgreich Fußball in der Bezirksklasse. Nach einem zehnten sowie in den folgenden Jahren je einen dritten Platz schaffte die erste Mannschaft in der Saison 2003/2004 den Aufstieg in die Bezirksliga Dresden. Ein weiterer Höhepunkt im Jahre 2004, im Rahmen des 85-jährigen Jubiläums war das Freundschaftsspiel gegen den 1. FC Dynamo Dresden (0:5) am 2. Juli vor 2.200 Zuschauern.